Sozialwohnungen sind keine Ghettos

Ein drastisches Beispiel kann dies verdeutlichen: In den 70er Jahren musste in Hamburg der Altonaer Fischmarkt überplant und neu bebaut werden. Er war zu jener Zeit ein sandiger Parkplatz mit teils verfallener Restbebaung, die den Zweiten Weltkrieg überstanden hatte. Die Fahrer der parkenden Lastwagen vermieteten die Schlafkojen über Nacht an Prostituierte, während sie selbst durch die Kneipen St. Paulis zogen. Für eine Wohnbebauung denkbar schlechte Voraussetzungen.

Der planende Architekt Günter Talkenberg (CDU) und der Altonaer Baudirektor Reiner Blaich (SPD) entschieden sich bewusst für genossenschaftlichen Mietwohnungsbau mit Sozialbindung (Sozialwohnungen). Genossenschaftliches Eigentum bedingt, dass Mieterinnen und Mieter mit in die Verantwortung des Wohnungs­unternehmens eingebunden sind. Das Bauen orientiert sich an den Bedürfnissen und am Geldbeutel der Mieter*innen. Die genossenschaftliche Vermietung schließt Aspekte des Quartiersmanagements ein. So achten die Mieterzentren von Genossenschaften grundsätzlich auf eine gute soziale Mischung ihrer Mieter*innen mit dem Ziel gegenseitige Rücksichtnahme und Nachbarschaftshilfe im Quartier zu erleichtern.

Die Entwicklung des Quartiers am ehemaligen Fischereihafen gaben den Planern Recht, man könnte heute sogar von einer Gentrifizierung des Gebietes sprechen. Aber auch in dieser Hinsicht wirkt das genossenschaftliche Quartiersmanagement ausgleichend im Sinne einer ausgewogenen sozialen Struktur.

Eine wichtige Rolle spielt, welches Baumaterial der Bauherr wählt und wie gut er seine Immobilie pflegt. Im folgenden Foto sind zerstörte Fassadenplatten zu sehen, offensichtlich ein Dauerzustand an dem Gebäude.
Die Fassade wird beim Bauen mit solchen Platten billiger, verursacht aber höhere Kosten der Instandhaltung. Es sei denn, die Eigentümerin lässt das Haus verloddern.

Bauschäden an der Fassade wecken falschen Eindruck.
Beschädigte Fassaden müssen sofort repariert werden, sonst wirkt nicht mehr attraktiv.

Im folgenden Foto ein positives Beispiel. Der genossenschaftliche Plattenbau in Dresden zeigt, wie der Bau dem Mieter die Bepflanzungen der Balkone erleichtert. An der Außenseite der Brüstungen sind Halterungen für Blumenkästen fest integriert. So gewinnt die gesamte Fassade, sie erscheint lebendig und abwechslungsreich. Die Balkonbrüstungen sind nur teilweise geschlossen, so dass die Sonne auch auf den Boden des Balkons trifft.

Eine geschickte Begrünung der Außenanlagen verleiht einer Wohnanlage mehr Charakter (Bild unten rechts). Werden verschiedene Stauden oder Büsche gepflanzt, unterscheiden sich auch die Farben der Eingänge.

In dieser genossenschaftlichen Wohnanlage versorgen Mieter*innen die Pflanzen bei Trockenheit. Auf dem Bild rechts sind die Dächer über den Eingängen nach oben ausgerichtet, so dass beim Aufschließen der Tür niemandem das Wasser in den Nacken tropft. Außerdem wirkt die Gestaltung offener.

Nicht alles gelingt immer perfekt: Eine Fassadenbegrünung braucht etwas mehr Aufmerksamkeit. Sie kann aber sehr stark dazu beitragen, eintönige Fassaden zu gliedern und aufzulockern. Begrünte Fassaden wirken lebendiger als monotone Flächen. Mit gezielter Begrünung der Fassade lässt sie sich gliedern und kann so kostengünstiger gebaut werden.

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