Und sie halten dicht! – die Flachdächer

Vorurteile halten sich hartnäckig. Es ist wie mit Gerüchten: Einmal im Umlauf, kursieren sie weiter, auch wenn sie falsch sind.

Entgegen aller Vorurteile sind Flachdächer in vielen Fällen eine perfekte Lösung. Wer sicher gehen will, dass sein Flachdach dicht ist und bleibt, setzt auf eine fachgerechte Planung und Ausführung. Und die ist nicht immer einfach: Es gibt eine große Zahl von Dachdichtungsbahnen. Es stehen Kaltselbstklebebahnen, Elastomer- oder Plastomerbitumenbahnen zur Verfügung, die je nach Anforderung mit Einlagen versehen sein können, zum Beispiel Glasvlies, Polyestervlies oder Kombinationsträger. Es gibt Kunststoffbahnen aus PVC, PIB, EPDM, TPE oder FPO. Je nachdem wo welches Material eingebaut wird, verarbeitet der Fachmann die Bahnen unterschiedlich: gießen, schmelzen, flämmen, verkleben, heißvulkanisieren, heißkeilschweißen …

Die Fachregel für Abdichtungen (Flachdachrichtlinie) legt nachprüfbare Anforderungen an Planung und Auführung fest und gibt Orientierung bei der Wahl der richtigen Abdichtung. Dies müssen Planer und Handwerker beachten.

Doch werfen die korrekten Bezeichnungen der Materialien Rätsel auf. Was verbirgt sich zum Beispiel hinter einer DU/E1 PYE G200 S4 ?

D heißt Dachabdichtung,

U bedeutet, dass die Bahn als Unterlage zu verwenden ist.

E ist die Eigenschaftsklasse, deren höchste Stufe die 1 ist, also leistet die Bahn einen hohen mechanischen Widerstand und hält hohen Hitzebelastungen stand.

PYE bezeichnet eine Elastomerbitumenbahn,

G200 steht für eine Glasgewebeeinlage mit einem Gewicht von 200 Gramm pro Quadratmeter.

S zeigt an, dass die Bahnen geschweißt werden sollen und am Ende die Ziffer

4 gibt die Dicke der Bahn von 4 Millimeter an.

Auch wenn es die offiziellen Bezeichnungen in sich haben, lohnt es sich, einen kritischen Blick darauf zu werfen. Denn die fantasievollen Namen, die die Marketingleute ihren Produkten verleihen, können schnell in die Irre führen. Und dann tropft’s doch.

 

GRZ oder GFZ?

Wer ein Grundstück kaufen und bebauen möchte, kommt gewöhnlich an einem Bebauungsplan, kurz B-Plan genannt, nicht vorbei. Darin ist in Bild und Text beschrieben, wie ein Grundstück bebaut werden darf – das kann bis zur Dachneigung und den Materialien für die Fassade reichen. Fast immer sind im B-Plan GRZ und GFZ zu finden:

GRZ steht für GRundflächenZahl und
GFZ für GeschossFlächenZahl.

Die GRZ gibt an, wieviel Grundfläche überhaupt bebaut werden darf. Beispiel: Bei einem 1.000 m² großen Grundstück mit einer GRZ von 0,2 dürfen 0,2 Teile = 20 % des Grundstücks bebaut werden, also 200 m².
Die GRZ sagt also etwas aus über das Verhältnis von Grundstücksfläche zu Hausgrundfläche.

Die GFZ dagegen gibt an, wieviel Geschossfläche auf dem Grundstück gebaut werden darf. Nehmen wir einmal eine GFZ von 0,3 an. Dann dürfen bei obigem Beispiel 300 m² Geschossfläche errichtet werden. Da – im Beispiel – nur 200 m² Grundfläche bebaut werden dürfen, muss die Geschossfläche „gestapelt“ werden. Die Anzahl der Geschosse ist in der Regel ebenfalls im B-Plan festgelegt.
Die GFZ sagt also etwas aus über das Verhältnis von Hausgrundfläche zu Haushöhe.

Im Innenstadtbereich einer Großstadt findet man in einem B-Plan vielleicht eine GFZ von 2,0. Für unser 1.000-m²-Beispiel heißt das: 2.000 m² Geschossfläche sind erlaubt. Bei einer GRZ von 0,2 dürfen 200 m² des Grundstücks bebaut werden. Sofern zehngeschossige Bebauung an dieser Stelle zulässig ist, sind die 2.000 m² Geschossfläche also übereinander auf zehn Etagen der Grundfläche von 200 m² möglich.

Mehr geht nicht 😉

Kleiner Eingriff – große Wirkung

Meldorf in Dithmarschen hat ein reiches Kulturleben zu bieten. Ein Teil davon wird von der Kulturkneipe Bornholdt und vom Peter-Panter-Buchladen organisiert. Rechts daneben bietet die Döner-Stube Leckeres, übrigens auch für Vegetarier – der hausgemachte Krautsalat ist so legendär wie Leos Pizza im Bornholdt. Alle drei Grundstücke sind kaum breiter als die jeweiligen Häuser, aber sehr lang. Die blickdichten Zäune auf den Grundstücksgrenzen betonen die „Schläuche“ noch zusätzlich und werfen lange Schatten:

Drei langgestreckte Grundstücke

Was passiert, wenn die altersmüden Zäune entfernt werden?

eine gemeinsame Hoffläche

Um das sichtbar zu machen, hat eine Schülerin in einem Praktikum in meinem Büro ein Modell gebaut. Im Maßstab 1:50 entstanden aus finnischer Holzpappe alle drei Häuser mit ihren Nebengebäuden. Die Zäune kann man herausnehmen, und wie durch Zauberei entstehen zwei gut proportionierte Plätze: ein Kaffeegarten fürs Bornholdt und eine Lesewiese für den Buchladen. Die Terrasse der Döner-Stube war schon vorher da, doch auch sie gewinnt durch die Offenheit und die neuen Blickbeziehungen.

Jule arbeitet konzentriert am Modell

Wenn die Eigentümer neue Zäune wünschen, sollten diese auf jeden Fall licht- und blickdurchlässig sein. Schön wären schmiedeeiserne Zäune, niedrige Hecken eine (kosten-)günstige Alternative.

der Panter vom gleichnamigen Buchladen ;-)
der Panter vom gleichnamigen Buchladen 😉

Gewerbe-Leerstand zu Wohnungen

In einer hessischen Universitätsstadt steht zentral und nah zur Uni ein Hochhaus. Im Erdgeschoss befinden sich Läden, die Ein- und Zwei-Zimmer-Wohnungen ab der 4. Etage sind sehr begehrt, aber: die Büro- und Gewerbeflächen in der 2. und 3. Etage stehen teilweise schon Jahre leer.

So war die Fläche ursprünglich aufgeteilt.

Der Eigentümer hatte die Idee, diese Gewerbeflächen in Studentenwohnungen umzuwandeln. Die Sache hatte nur einen Haken: die enorme Gebäudetiefe von 25 Metern. Außerdem musste die Gebäudestruktur (Mittelflur) erhalten bleiben.

Für den Eigentümer habe ich die Entwurfs- und Bauantragsplanung für die Umnutzung in Wohnungen erarbeitet.

Jetzt befinden sich auf einer Flurseite Zwei-Zimmer-Wohnungen, die auch als Zweier-WGs nutzbar sind. Auf der anderen Flurseite befinden sich Dreier-WGs und eine Vierer-WG. Ein Fahrradraum, ein Waschraum und Keller-Ersatzräume sind im dunklen Gebäudeinneren angeordnet, ebenso die Bäder und Küchen der WGs.

So sieht die Planung für WG-Wohnungen aus.

So entstehen aus leeren Gewerbeflächen gut nutzbare und bezahlbare Wohnungen für Studenten. Eine solche Umnutzung könnte auch an anderen Standorten die Wohnungssituation entschärfen.

Reif für die Insel – Teil 1

Dieses Zweifamilienhaus entsteht in einem beliebten Feriengebiet im Norden Deutschlands.

Das rechteckige Grundstück grenzt im Norden an eine Anliegerstraße und öffnet sich nach Süden in die ländliche Umgebung mit Äckern, Knicks und Wiesen.

Mit der Grundfläche und Kubatur des Hauses wird die größtmögliche Bebauung des rechteckigen Grundstücks erreicht. Die Wohnung im Erdgeschoss ist barrierefrei.

Der Bauherr wünschte eine traditionelle und regional angepasste Erscheinungsform des Hauses mit Backsteinklinkern und Tonpfannen. Die äußere Form des Hauses trägt historisch dokumentierten Proportionen Rechnung und nimmt Elemente wie Eingangsgiebel, Dachgauben und Lochfassade auf, ohne historisierend zu wirken. Zur privaten Gartenseite hin gibt sich das Haus moderner mit großen Fensterflächen und einer ins Dach eingeschnittenen (und dadurch angenehm windgeschützten) Terrasse.

Straßen- und Gartenansicht des Wohnhauses

Eine Wohnung befindet sich im Erdgeschoss:

Wohnung im Erdgeschoss

Die andere Wohnung befindet sich im Dachgeschoss:

Wohnung im Dachgeschoss

Beide Wohnungen können bei Bedarf auch als Ferienwohnungen genutzt werden.

Hier einige Bilder vom Baufortschritt:

das Haus von der Straße aus gesehen

...und das Haus von der Gartenseite aus gesehen